Aufbau einer Yogastunde für Mädchen ab etwa 11 Jahren
Eine Yogastunde dauert 60 Minuten. Alles was dein Tween oder du als Teenager brauchst, ist bequeme Kleidung, eine Yogamatte und die Neugier sich selbst näher kennenzulernen.
Eine Yogastunde – ganz intuitiv, ganz bei sich
Keine Yogastunde bei mir gleicht der anderen. Denn genauso einzigartig wie jedes Mädchen ist, so individuell darf auch jede Stunde sein.
Wir beginnen ganz in Ruhe damit, gemeinsam die Matten auszurollen. Vielleicht ist an diesem Tag viel passiert, vielleicht ist jemand voller Energie, vielleicht eher still oder nachdenklich. All das darf sein. Nach einem gemeinsamen Namasté nehmen wir uns einen Moment, um wirklich anzukommen – nicht nur auf der Matte, sondern bei uns selbst. Wir spüren, wir fühlen, was ist gerade da.
Ich spüre intuitiv, was die Gruppe an diesem Tag braucht, und lasse mich dabei von den Mädchen, ihrer Stimmung, ihren Themen und ihren Bedürfnissen leiten. Manchmal entsteht daraus ein bestimmtes Stundenthema, manchmal ist es einfach das Bedürfnis, loszulassen, Kraft zu tanken, Vertrauen zu finden oder sich selbst wieder ein Stück näherzukommen.
Yoga bedeutet für mich deshalb weit mehr als Körperübungen. Es geht darum, den eigenen Körper kennenzulernen, ihn zu spüren und wahrzunehmen: Wie geht es mir gerade? Was fühlt sich gut an? Was brauche ich? Was möchte ich heute?
Gerade in der Zeit des Erwachsenwerdens verändert sich so vieles. Der eigene Körper, Gefühle, Freundschaften, Erwartungen und die Suche nach der eigenen Identität. Deshalb möchte ich einen geschützten Raum schaffen, in dem Mädchen und junge Frauen einfach sein dürfen, wie sie sind. Ohne Leistungsdruck, ohne Vergleiche und ohne das Gefühl, etwas darstellen oder erfüllen zu müssen.
Einen Raum, in dem auch die Dinge Platz haben, die „Mädels nur unter sich erzählen“. Dinge, die vielleicht manchmal schwer auszusprechen sind, die beschäftigen, verunsichern oder einfach rausmüssen. Bei mir dürfen sie gehört werden – wertfrei, ehrlich und mit offenem Herzen.
Mit altersgerechten Atem-, Wahrnehmungs- oder Meditationsübungen beginnen wir, unseren Körper und unseren Atem bewusster wahrzunehmen. Die Atemübungen passe ich dabei individuell an die jeweilige Altersgruppe und die Bedürfnisse der Mädchen an. So können sie erleben, wie der eigene Atem dabei helfen kann, zur Ruhe zu kommen, neue Kraft zu schöpfen oder wieder bei sich anzukommen.
Natürlich gehört auch die Bewegung dazu. Wir lernen den Sonnengruß und seine Verbindung mit dem Atem kennen, entdecken verschiedene Yogaübungen und bewegen uns durch kleine Yogaflows. Dabei darf Musik erklingen, die die Mädchen mögen und die gerade zu ihnen passt – manchmal voller Energie und Lebensfreude, manchmal ganz ruhig und sanft. Denn auch hier gilt: Es gibt nicht den einen richtigen Weg.
Ein wichtiger Bestandteil meiner Stunden sind außerdem Partner- und Vertrauensübungen. Sie können dabei helfen, Vertrauen aufzubauen, Grenzen wahrzunehmen, sich gegenseitig zu unterstützen und zu erfahren: Ich kann etwas. Ich bin stark. Ich darf mir selbst vertrauen.
Und manchmal braucht es gar nicht viel Bewegung. Manchmal braucht es einfach einen Moment zum Durchatmen, zum Nachspüren und zum Loslassen.
Am Ende der Stunde wird es ruhig. In Shavasana dürfen die Mädchen zur Ruhe kommen und den Alltag für einen Moment hinter sich lassen. Durch Entspannungsübungen, kleine Massagen oder Fantasiereisen lernen sie den Unterschied zwischen Anspannung und Entspannung kennen und erfahren, wie wertvoll es ist, auch einmal nichts leisten zu müssen.
Für mich ist Yoga ein Weg, wieder mehr mit sich selbst in Verbindung zu kommen. Die eigene Kraft zu entdecken. Der eigenen inneren Stimme zu vertrauen. Positives Denken zu entwickeln und immer mehr den eigenen Weg – den Weg des eigenen Herzens – zu finden.
Und deshalb dürfen die Mädchen meine Yogastunden auch mitgestalten. Ihre Wünsche, Ideen, Lieblingsmusik und Themen sind willkommen. Ich höre zu, nehme wahr und lasse mich auf jede einzelne Gruppe und jedes einzelne Mädchen ein.
Denn bei mir gibt es beim Yoga kein MUSS. Es gibt ein KANN.
Du kannst mitmachen.
Du kannst eine Pause machen.
Du kannst ausprobieren.
Du kannst loslassen.
Du kannst laut sein oder ganz still.
Du kannst dich zeigen – oder einfach nur sein.
Du musst nichts sein oder darstellen. Du darfst einfach du sein.
Und genau dafür möchte ich mit meinen Yogastunden einen Raum schaffen.
